Seit Jahren beschäftige ich mich immer wieder mit der Geschichte des Oberen Mühlviertels, meiner heimatlichen Umgebung. Eine erst vor kurzem gemachte Entdeckung von überraschender kunst- und kulturhistorischer Bedeutung und ihre unerwartet zögerliche bis ablehnende Aufnahme durch die an sich dafür vorgesehenen heimatkundlichen Publikationen des Landes Oberösterreich veranlasst mich , eine Veröffentlichung mit Hilfe der neuen Medien selbst in Angriff zu nehmen.

Neben dem einfachen, direkten und kostenfreien Zugriff sollte ein weiterer Vorteil darin liegen, dass sich damit auch ein Diskussionsforum ergibt, welches das Einbringen von Ideen und Wissen aus dem Kreis einer interessierten Leserschaft ermöglicht. Auch die Aufnahme fremder Beiträge von lokalhistorischer Bedeutung ist in diesem Forum möglich (s. Kontaktadresse).

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§ 12 Antworten auf

  • Gisela Jobst sagt:

    Geschätzter Hobbykollege! über das Schlösserbuch kann ich nichts sagen, es gibt auch ein Büchl “ Burgen und Schlösser “ von Grüll, das habe ich mir im Landesarchiv angeschaut. ein Bekannter von mir hat dann gesagt, daß diese Burgen und Schlösserzeichner alles viel schöner gezeichnet haben als es gewesen sein kann. jetzt habe ich noch eine Frage : im Landesarchiv gibt es diese Urkundenbücher, und da habe ich etwas gesucht über das Dorf Katzing, das gehört zur Gemeinde und Pfarre Aigen.da steht drin, daß, 1325 gehörte dieser Maierhof zur Herrschaft Falkenstein. aber es ist besser wenn sie das selber lesen !

    • tannberger sagt:

      Hallo Gisela,

      das Büchl von Grüll habe ich auch, sehr viele Bilder darin stammen ebenfalls von G.M. Vischer. Dass die Bilder der Schlösser etc, imposanter als in Wirklichkeit ausseheh, liegt daran, dass sie in einem anderen Maßstab größer dargestellt werden als die umliegende Landschaft, auch sind sie meist in einer zeichnerischenen Technik aus der Vogelperspektive dargestellt, die es in Vor-Flugzeug-Zeiten ja real gar nicht gab („der Perspektive Technik“) das haben sich die Besitzer wahrscheinlich auch so gewünscht und war damit verkaufsfördernd.

      Das Gut Katzing (Chazlein) nach meinen Unterlagen in der Gemeinde Berg (bei Rohrbach) wurde bereits 1314 von den Brüdern Chalhoch, Fridreich und Cunrat Valkensteiner mitsamt dem „purcstal“l (was auf eine rittermäßige Herkunft schließen läßt) dem Stift Schlägl als „Seelgerätstiftung“ geschenkt.
      Katzing gibt es lt. Historischen Ortsnamenlexikon von Schiffmann, 1935,
      weiters in der Gemeinde Herzogsdorf und Wilhering.

      Viel Spass bei Ihren Nachforschungen

      Der Tannberger

  • Konrad Gruber Katzing 9 4150 Rohrbach sagt:

    Sehr geehrter Hr. Kneidinger, können sie auch über Schwalsödt ein Ortsteil von Katzing über besiedelung berichten? Es wurde im Jahr 1274 von Schwaben angesiedelt .Ich bin sehr an Geschichte interessiert.

    Mit freundlichem Gruß Konrad G.

    • tannberger sagt:

      Sehr geehrter Herr Gruber.

      das Tannberger Urbar ist so umfangreich, dass ich nicht alle Dörfer im Gedächtnis habe, sollte es mir bei Gelegenheit unterkommen, werde ich mich melden. Schwalsödt habe ich aber in den Schlägler Urkunden gefunden und zwar eben 1274 ! Da erlaubt Rüdiger von Haichenbach dem Stift Schlägl seinen Wald „von Swobzoed uncz an den Vinsterpach“ zwei Meilen lang und eine Meile breit zu nützen zum Zimmern, für Brennholz und zum Verkauf, auch zum Fischen und zum Jagen. Schiffmann ist im Historischen Ortsnamenlexikon des Landes Oberösterreich, Ergänzungsband, 1940, allerdings der Meinung, dass die Bezeichnung auf einen Personennamen „Schwab“ zurück geht, das ist wahrscheinlich Spekulation, scheint mir aber wahrscheinlicher als eine Ableitung von einer Besiedlung durch Schwaben, dafür ist mir in der Gegend weit und breit kein Hinweis untergekommen.

      Viele interessante Erkenntnisse beim Geschichtehobby !
      Tannberger

    • tannberger sagt:

      S.g. Herr Gruber,
      ich habe ein weitere Urkunde bei den Schlägler Urkunden gefunden und zwar tauscht das Stift 1312 mehrere Güter mit dem Bischof Wernhard von Passau, danach kommen die Einkünfte von Schwalsödt an den Bischof. Im Tannberger Urbar habe ich Schwalsödt nicht gefunden, allerdings gibt es eine Eintragung „Scherensöd“ in der Pfarre Rohrbach (damals !), es kann aber nicht die Schirfened sein, da diese in diesem Urbar unter „Schirffenod“ zu finden ist. Falls also einen Hinweis auf soetwas wie „Scherensöd“ gibt, wäre ich dankbar.
      mfg
      Tannberger

  • Konrad Gruber Katzing 9 4150 Rohrbach sagt:

    S.g. Herr Kneidinger,
    Danke für Antwort ,es war interessant, möchte bekannt geben, das Schwalsödt zur Herrschaft Pürnstein gehörte,könnte es irgendwelche Dokumente vorhanden sein ? Pürnstein brannte im Jahr 1866 ab,vielleicht sei alles vernichtet. Pürnstein,Tannberg und andere Grundherrschaften geht vom Bischoftsitz Passau aus.

    Mit freundlichem Gruß
    Konrad G.

  • Otto K. sagt:

    Hallo Walter, Nachstehendes habe ich zufällig entdeckt??!!

    Die Mortsbacher schädigten ihren Lehensherrn, den Bischof von Passau, wo sie nur konnten. 1222 plünderten sie Passauer Besitz so nachhaltig, daß über sie die Reichsacht verhängt wurde. Bischof Gebhard wußte sich ihrer nicht zu erwehren. Sein Nachfolger Bischof Rüdiger aber zog mit Heeresmacht vor die Burg und zwang Heinrich von Marsbach, sie ihm so lange auszuliefern, bis er von ihm angerichtete Schäden wiedergutgemacht hätte. Doch änderte sich auch in der Folge nichts, nur daß die ränke-, streit- und fehdesüchtigen Herren in der kühnen Burg oberhalb der Donau sich auch untereinander überwarfen. Otto, dem sein Vater Ortolf zu lange lebte, überfiel eines Tages mit den Tannbergern die Burg und verjagte den Alten, der in Passau um Schutz ansuchen mußte. Laut Schiedsspruch sollte der Mißratene die Feste gegen eine Abfindungssumme beim Vater belassen und erst nach dessen Tod wieder zurückerhalten.

    Doch der Vater zahlte nicht. Er verkaufte die Burg vielmehr an die Passauer, damit auch nach seinem Ableben nichts an den rabiaten Burschen fiele. Als sich in diese damals durchaus nicht unübliche Affäre auch die benachbarten Falkensteiner und Tannberger einmischten, war die Fehde aller gegen alle fällig. Rudolf von Habsburg zog Marsbach wegen Landesfriedensbruch kurzentschlossen zugunsten des Reiches ein und übergab den Besitz seinem Sohn Albrecht. Doch zwangen die Passauer den Herzog, ihnen Marsbach auszuliefern. Die Marsbacher waren längst ausgestorben, als sich im Gemäuer der alten Burg ein Othmar Oberheimer, = der letzte Fehderitter =, etablierte. Erst nach seiner Hinrichtung gehörte Marsbach wieder den Passauern, die in der Burg ein Verwaltungszentrum einrichteten. Zwischen 1561 und 1598 ließ Bischof Urban die schon baufällige Anlage im Stile der Renaissance neu errichten. Nach 1803 kaiserliches Kammergut, 1824 versteigert, wechselten auf Marsbach rasch Besitzer um Besitzer. 1957 wurde die Burg zu einem Schloßhotel ausgebaut. Das Hotel ging in Konkurs und so stand das Schloß einige Jahre leer, bis es vom heutigen Besitzer, Hrn. Georg Stradiot, erworben wurde.

    Auf einer Tafel vor dem Schloß Marsbach steht geschrieben:

    Schloß Marsbach – einst eine Raubritterburg

    „Marsbach war in alter Zeit ein Schrecken für Kaufmanns- und Schiffersgeleit“ so heißt ein Spruch. Er bezieht sich besonders auf die Zeit, als Otmar Oberhaimer Ende des 15. Jh. im Besitz der Burg war. Für seine Gewalttaten und Plünderungen wurde er später auch hingerichtet.

    Doch nicht immer ging es hier so kämpferisch zu. Marsbach ist eine der ersten urkundlich erwähnten Orte. Bereits 1075 erschien „Morspah“ in den Akten. Über 500 Jahre stand hier oben eine nicht sehr große, aber außerordentlich schwer angreifbare Burg. Mitte des 16. Jh. wurde diese abgerissen und das wesentlich größere Renaissanceschloß errichtet. Marsbach wurde zum Gerichts- und Verwaltungsmittelpunkt der Region und blieb es bis 1848.

    Heute ist das Schloß im Privatbesitz von Hrn. Georg Stradiot.

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    Anfahrt
    B130 über die Donaubrücke am Wesenufer, rechts Richtung Marsbach

    Lage
    Südlich Hofkirchen im Mühlkreis

    Behindertengerecht
    Ja

    Öffnungszeiten
    Privat / Bewohnt

    Parkplatz
    Vorhanden

    Restaurant – Cafe
    Gegenüber

    Sehenswürdigkeiten
    /

    Museum – Sammlung
    Nein

    Hotel – Übernachtung
    /

    Eintrittspreis
    /

    Kapelle – Schloßkirche
    Nein

    Veranstaltungen
    /

    Telefon – Fax – Email
    /

    Wenn sie über eine Suchmaschine auf diese Seite gelangt sind, dann kommen sie hier zur Startseite.

    • tannberger sagt:

      Hallo Otto,
      fein, dass du auch meinen Beitrag gefunden hast. Dass du historisch interessiert bist, weiß ich ja aus deinenen Aktivitäten in der militärischen Traditionspflege. Die Geschichte des Marsbacher Generationskonfliktes ist mir bekannt, noch eingehender hat sich Pfarrer Johann Siegl aus Kleinzell bereits 1925 mit diesem Thema beschäftigt, ich sende dir den Text an deine Mailadresse.
      LG
      Walter

  • Reinhard sagt:

    Hallo Tannberger,
    ich komme aus Niederösterreich, genaugenommen aus Annaberg, welches früher „Tannberg“ hieß. 1825 schreibt Abt Ambros, dass ein Otto von Tannberg 1268 bei einem Streit mit dem Stift Lilienfeld als Zeuge aufgetreten war, aber niemand weiß, ob die ´Herren von Tannberg“ aus dem Mühlviertel auf dem heutigen Annaberg in NÖ eine Burg hatten. ( Lilienfeld und dessen Umgegend; oder: das Decanat Wilhelmsburg, Band 1;Band 6, 1825) Vielleicht hieß dieser Berg nur wegen der vielen vorkommenden Tannen so oder gab es hier wirklich die Herren von Tannberg, wie oft gemutmaßt wird?. Können Sie mir weiterhelfen?
    Danke
    Reinhard

    • tannberger sagt:

      Hallo Reinhard,

      mit etewas Verspätung die Antwort: Ich glaube eher nicht, dass es hier einen Zusammenhang gibt, wobei man das für frühe Quellen nur nach Wahrscheinlichkeiten beurteilen sollte, da der Mangel an Schriftquellen eindeutigere Aussagen kaum zuläßt. Was spricht dagegen? Der Name „Otto“ kommt bei unseren Tannbergern sonst nirgendwo vor. Die Tannberger im Mühlviertel waren ursprünglich Dienstleute der passauischen Fürstbischöfe und in ihrem Wirken zumindest für diese frühe Zeit (1268) auf deren Einflußbereich beschränkt. Auf „Dienstreisen“ mit ihrem Bischof könnten sie allerdings aich in anderen Landesteilen Uskunden mitgezeichnet haben d.h. als Zeugen aufgetreten sein, allerdings findet sich in den gesammelten Passauer Urkunden klein Otto von Tannberg. Tatsächlich war aber der Name Tannberg als Ortsbezeichnung für verschieden Plätze in Verwendung, so gibt es neben dem im Innviertel, woher unsere kamen, ein Tannberg auch in der Gegend von Steyr sowie in Vorarlberg.. Man sollte beachten dass ein „von“ Tannberg ursprünglich nicht unbedingt ein Adelsprädikat war, es konnte auch ein reines Herkunftskennzeichen sein ohne einen Hinweis auf eine genealogische Verbindung zu einem bestimmten Adelsgeschlecht. Leider habe ich keine bessere Auskunft !

      Tannberger

      • Reinhard sagt:

        Hallo Tannberger,

        herzlichen Dank für die Antwort, ich schließe mich 100% Ihrer Meinung an. Obwohl in dem Buch „Darstellung des Erzherzogthums Österreichs unter der Ens“ im Band 5 von 1836 folgendes steht: „Hier stand auch vor Jahrhunderten ein Schloß, welches die edlen Herren von Tannberg besaßen, und wovon Pilgrim von Tannenberch im Jahre 1222 in einem Vergleich des Schottenklosters, und Walter von Tannberg im Jahre 1225 in einer passauischen Urkunde, dann Otto von Tannberg (1268) in dem Streite zwischen dem Kloster Lilienfeld und den Herren von Lilienfeld, als Zeuge erscheinen. Wann dieses Geschlecht ausblühte, ist unbekannt.“
        Annaberg wurde 1217 von Mönche des Stiftes Lilienfeld gegründet und es gibt einige Dokumente darüber, wie der dichte Wald gerodet und eine Kapelle errichtet wurde. Nirgends kommen aber die Herren von Tannberg und deren Burg vor. Man hat bis jetzt auch keine Reste gefunden. Manche meinen, die jetzige Kirche wurde an dieser Stelle 1444 errichtet. Ich denke, das ist ein „Wunschdenken“ späterer Geschichtsschreiber und Heimatforscher, welche über die Herren von Tannberg (aus dem Mühlviertel) gelesen haben und einen falschen Zusammenhang hergestellt haben.
        Falls Sie doch eine Verbindung zwischen „ihren“ Tannbergern und meinen entdecken, dann lassen Sie es mich bitte wissen.
        Beste Grüße ins Mühlviertel

      • tannberger sagt:

        Lieber Reinhard.

        wieder mit etwas (Urlaubs-)Verspätung darf ich Dir mitteilen, dass deine neuen Informationen plötzlich ein klares Licht auf deine Fragen werfen und eine ziemlich eindeutige historische Zuordnung erlauben.

        Das Brüderpaar Pilgrim und Walter von Tannberg treten ab 1200 bis 1250 zum Teil gemeinsam meist aber getrennt in meinen Unterlagen (s.dazu später) in über 60 Urkunden auf, als Ministeriale (Hofbeamte) des Passauer Bistums oft in Begleitung ihres Bischofs, womit sie auch zu (Mit-)Sieglern bei Verträgen und sonstigen Übereinkommen wurden.

        Dazu muß angemerkt werden, dass das Erzbistum Passau vor Gründung eines Wiener Bistums seit 739 bis lange über das Mittelalter hinaus kirchlich weitgehend für Niederösterreich zuständig war und bei Streitigkeiten zwischen Klöstern und weltlichen Herren zu Hilfe gerufen wurde.

        Der mir unbekannte Otto von Tannberg, läßt sich auch klären – ich hätte gleich daran denken können. Ab 1255 – 1305 erscheint ein Bruder (Neffe) „Syboto de Tannenberch“, welcher offenbar den geistlichen Beruf gewählt hat als „Canonicus pataviensis“ (Domherr in Passau), für ihn trifft natürlich das gleiche zu.

        Ich habe mich ja auch erst wirklich mit dem Thema beschäftigt, nachdem mir auf antiquarischem Wege „Beiträge zur Genealogie der Dynasten von Tannberg“ von Ferdinand Wirmsberger im Archiv für Österreichische Geschichte, 1860 (!!) zugekommen sind. Diese beruhen auf einer Archiventdeckung, während bis dahin die Bedeutung dieses Geschlechtes auf Grund ihres frühen Aussterbens weitgehend vergessen war. Ich glaube daher, dass es eher umgekehrt war, die Mühlviertler Tannberger mit ihrem Bezug zu Passau weitgehend unbekannt, weswegen man in der „näheren“ Umgebung der niederösterreichischen Vertragsorte nach Namensstiftern gesucht hat, ohne natürlich konkretes zu finden.

        Jetzt hoffe ich aber, Dir weitergeholfen zu haben, sollte ich nochmals die Gelegenheit dazu haben, mache ich das gerne.

        LG
        Walter

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