Die Skizzen des Georg Mathäus Vischer?

9. August 2012 § 4 Kommentare

Das Schlösserbuch des Johan Seyfried Hager von Allensteig oder die „Handschrift“ des Georg Mathäus Vischer?

Walter Kneidinger

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Einleitung

Bei Nachforschungen zum Thema Ruine Tannberg[1] im Mühlviertel wurde ich vor einiger Zeit im Linzer Landesarchiv mit einem mir bisher unbekannten Bild dieses abgekommenen Herrensitzes konfrontiert – zu meiner Überraschung – denn mit diesem Thema seit Jahren beschäftigt und so in Kenntnis vermeintlich aller irgendwo dazu zitierter Literatur oder sonstiger Querverweise, war mir vom Bau der Burg um 1200  bis zu den ersten Fotos zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur eine bildliche Darstellung bekannt:  der bekannte Kupferstich aus G.M.Vischers „Topographia“ 1674. Ich erhielt die Auskunft, dass es sich hier um ein Bild aus dem „Schlösserbuch des Hager von Allentsteig“ im Bestand des O.Ö. Landesarchivs handelt. Etwas verwundert, dass ich noch nirgendwo auf einen Hinweis zu diesem Büchlein gestoßen bin,  eine kurze Besprechung im Katalog zur Gotik-Ausstellung im Schlossmuseum Linz 2001 schien dazu  die einzige Veröffentlichung  zu sein,  fand  ich  dazu  doch noch einen Beitrag in den Berichten des Musealvereines von 1926 [2].

Kap. I:  Erster Bildvergleich

Gleich beim zweiten Blick, wird allerdings klar, dass dieses Bild nur im Zusammenhang mit Vischers Stich der Ruine gesehen werden kann. Warum?  Dieser enthält Phantasiemerkmale, welche der  Realität nicht entsprechen und so auch nicht entsprochen haben können und siehe da, dieselben Phantasiedetails finden sich auch in der Darstellung des Schlösserbuches, zweimal dieselben Phantasiedetails  lassen aber nur einen Schluss zu, sie können nur  einen  Urheber haben, d.h. ein Bild ist vom anderen abgezeichnet. Doch was ist die Henne und was das Ei, hat jemand Vischers Stiche farbig nachgemalt, oder waren diese Bilder Vischers eigene Handzeichnungen etwa als Präsentationshilfe beim Angebot seiner Leistungen an die obderennsischen Landstände und/oder Vorlage für den Kupferstecher .  Das „Schlösserbuch des Hager von Allentsteig“ dann Vischers persönliche Bildersammlung als Vorzeigebuch und Verkaufshilfe ?

Ruine Tannberg Vischer Topographie

Bild 1

Ein „künstlerisch handaquarellierten Kupferstich nach Vischer“  aus 1668  (!) im Vergleich zum entsprechenden Bild aus dem Schlösserbuch

Bild 2

Sämtliche Ruinendetails  sind in beiden Bildern  im Einzelnen vorhanden bzw. voneinander übernommen, besonders auffällig der halbe Rundbogen am linken Rand der Ruine, welcher in einer gedachten Komplettierung kein Gegenlager findet und so wohl nie wirklich vorhanden gewesen sein kann. Die Methode der perspektivischen Verzerrung, welche die Ruinenreste größenmäßig überzeichnet, findet sich in beiden Darstellungen (reale Berghöhe über dem Fluss ca. 50 m,  geschätzte Höhe der Mauerreste 4 – 8 m), real ein Verhältnis von etwa  10:1 im Bild 2 eher 1:1.  Ich denke nicht, dass dies nur mit  Zeitgeist oder  persönlichem  Stil zu begründen ist,  diese Verzerrung  hat schon sinnvollen und bewussten Hintergrund:  bei maßstabgerechter Abbildung wäre entweder für den nicht unwesentlichen topographischen Charakter der Umgebung kein Platz verblieben oder die Mauerreste würden verschwindend klein erscheinen. Dass aber die Zeichnung vor dem Druck entstanden ist,  kann man schon daraus schließen, dass der Druck in der Breite rechts von der Ruine im landschaftlichen Detail über die reale Gegebenheit hinaus gestreckt wurde, um die Darstellung dem Druckplattenformat anzupassen, während im Kleinaquarell zumindest die Breitendimension der Realität viel näher kommt.

Kap. II:  Schlösserbuch und Topographie

Hier ist es angebracht, eine grundlegende Anmerkung zu machen:   ein Schlösserbuch ist noch keine Topographie, dieses Wort aus dem Griechischen bedeutet die Beschreibung der Oberfläche meist als Erdoberfläche oder Landschaftsstrukturierung  verstanden und drückt sich in modernen Kartenwerken durch einen Farb“code“ für Gewässer, Fels und  Vegetationsarten und  durch die Einzeichnung von  Höhenschichtlinien aus, welche durch ihren Abstand Hinweise auf die jeweilige Geländeprofilierung geben. Der Topograph ist im deutschen Sprachgebrauch ein Geograph (Landvermesser) und kein Graphiker , die „schlampige“ Verwendung des Begriffes nur für die künstlerische Darstellung von Schlössern u. dgl. findet keine semantische Begründung und verstellt den Blick auf ihre Aufgabe in des eigentlichen Wortsinnes Bedeutung:   Alte Karten bieten ein weitgehend zweidimensionales Bild,  eine vertikale Gliederung wird zeichnerisch bestenfalls angedeutet,  topographische Landschaftselemente in einer bildlichen Darstellung können so das eigentliche Kartenwerk sinnvoll ergänzen,  zusammen ergibt das dann  eine „TOPOGRAPHIA“.  Dass dies nur vereinzelt an Hand von größeren  Landschaftsdarstellungen (etwa aus dem Salzkammergut) sondern an der einer Darstellung von Burgen, Schlössern, Klöstern und  Städten geschah, hat einfachen ökonomischen Hintergrund, die Betonung und Überzeichnung der Baulichkeiten in ihrer landschaftlichen Umgebung stellt den Kompromiss zwischen den Ansprüchen der Schlossbesitzer als einzige potentielle d.h.  auch potente Käufer  der Ansichten und dem Wunsch nach einer topographischen Komplettierung (Landschaftsbeschreibung) einer Landkarte dar. Dass die skizzenhaften Miniaturen des Schlösserbuches mit ihrem Format von  etwa 10 cm Breite und 4 – 6 cm Höhe  – d.h. die Gesamthöhe jeder Seite 16 cm ist bis zu 4 mal unterteilt ! –   bei größeren Objekten  geringen Raum für das landschaftliche Umfeld ließen bzw. die Verzerrung  gegenüber den doch bedeutend größeren Stichen bei Vischer ( großteils 19 x 14 cm) noch einmal verstärkten,  ist verständlich. Was in diesen beiden Bildern noch nicht so sehr zum Ausdruck kommt, ist, dass größere Gebäudeansammlungen womöglich noch auf Bergeshöhen oder auch auf flachem Gelände ohne Aussichtspunkt vor allem aber  in die Tiefe gehende Städtebilder nur aus einer virtuellen Vogelperspektive dargestellt werden können, die Dachlandschaft dominiert dann diese Bilder (im Schlösserbuch verstärkt durch eine durchgehende hellrote Färbung der Dächer). Das scheint zu sein, was Vischer in der Einleitung seiner „Topographia“ unter : „Theils nach freyem Aug/Theils nach der Perspektivae Kunst  ad vivum deliniert und abgezeichnet worden“ [3] versteht, es  verlangt natürlich nach einer erlernten und geübten Technik.

Kap. III : Die handelnden Personen 

Um sich nun der Frage nach Chronologie und möglicher Autorenschaft anzunähern, muss man sich mit den  Personen beschäftigen, die in diesem Zusammenhang genannt werden. Wie man dem  Jahresbericht des O.Ö. Landesarchiv im Jahre des Kaufes 1926[4]  entnehmen kann, geht die Zuschreibung des Schlösserbuches auf  J. S. Hager von Allentsteig  unter anderem  darauf zurück, dass sich dieses Büchlein ins „Schlüsselberger Archiv“ zurück verfolgen lässt, die Schlösser Schlüsselberg  wie Trattenegg, Steinbach und St.Veit gehörten zum Zeitpunkt der Anlage des Büchleins 1660 – 1670 [5]  (Bild 3 und 5) dem Johann Seyfried Hager von Allentsteig, 1674 zur Zeit der Druckausgabe der Topographie finden wir im Besitzregister des G.M.Vischer allerdings nur mehr die beiden letzteren in seinem Besitz.. Die Herrschaft Schlüsselberg und Schloss Trattenegg gingen an den bekannten Genealogen Johann Adam von Hoheneck, welcher in einem Archivrepertorium das Werk diesem Verfasser zuordnet[6]

Josef Seyfried Hager von Allensteig war offensichtlich ein kunstsinniger geschichtsinteressierter Mann, von dem um die Zeit des Erwerbes dieses Schlösserbuches aus der Sammlung Pacher[7] durch das O.Ö. Landesarchiv in Linz zwei Wappenbücher im Wiener Antiquariatshandel auftauchen, die vom niederösterreichischen Landesarchiv angekauft wurden,  diese führen ausdrücklich  Hager v. Allentsteig „als Inhaber“  an[8]    Im OÖLA, Schlüsselberger Archiv/Sammlung Hoheneck HS. 190 findet sich eine „Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften “extrahirt auß einer uralten geschribenen cronica von mir Johan Seyfried Hager herr von Allensteig“.[9]  Darüber hinaus konnte ich keine Anhaltspunkte für eine künstlerische Tätigkeit oder gar gesicherte Bildwerke von seiner Hand finden.

Georg Mathäus Vischer ist einer der bedeutendsten Kartographen und Topographen Österreichs.  „Mehr als tausend baugeschichtlich wichtige Ansichten von Städten, Schlössern, Burgen und Klöstern in Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Mähren und Ungarn verdanken wir ihm.  Sein größtes Verdienst war die Vereinigung von kartographischen, zeichnerischen und landeskundlichen Aussagemöglichkeiten“ ( 10a).  1628 in Tirol geboren musste er eine Ausbildung in der Stamser Stiftschule abbrechen, da seine verwitwete Mutter das Kostgeld nicht mehr bezahlen konnte. So finden wir ihn  bereits im Alter von 15 Jahren (!)  als Soldat im Dreißigjährigen Krieg, möglicherweise stammt sein Wissen um kartographische Arbeiten aus dieser Zeit.  26jährig tritt er ohne Hinweis auf seine Ausbildung – ein Noviziat im Stift Stams hatte er freiwillig abgebrochen  –   als Weltpriester der Diözese Passau im heutigen Oberösterreich auf.  Erste topographische Arbeiten leistet er im Auftrag des Grafen Georg Siegmund von Salburg, dem  Patron seiner Pfarre Leonstein, mit der Aufnahme dessen Herrschaften ab 1662.  Möglicherweise konnte er auch mit dieser Referenz den Ständen des Landes ob der Enns das Projekt einer kartographischen Aufnahme des Landes vorschlagen, 1667 kam es darüber zu einer Einigung. Bereits ein Jahr später 1668 konnte er den oberösterreichischen Ständen den ersten Entwurf der Landkarte vorlegen, ohne entsprechende Vorarbeiten wäre dies wohl so schnell nicht möglich gewesen.

Mit der Empfehlung dieser Oberösterreich-Karte konnte Vischer schon 1669 einen Vertrag mit den Niederösterreichischen Ständen über eine Niederösterreich-Karte abschließen, 1673 ebenso mit den steirischen Ständen. Die Finanzierung lief dabei so, dass die Stände eine gewisse Anzahl von Druckexemplaren zum Fixpreis übernahmen, Vischer selbst weitere Exemplare auf eigene Rechnung verkaufen konnte. Zu diesen umfangreichsten Werken kam 1685 noch eine Ungarn-Karte,  1695 ein Vertrag für eine Landkarte Salzburgs, die aber bis zum Tode Vischers kaum ein Jahr danach nicht mehr zur Ausführung kam.[10]

Waren aktuelle Landkarten  natürlich in der Verwaltung und im militärischen Bereich von Bedeutung, so dienten die Vedutensammlungen der Städte, Schlösser, Klöster und abgekommener Herrensitze bestenfalls der Ehre ihrer Besitzer, sie  hatten aber vorerst keinen praktischen Nutzen. Die Fülle der übernommenen Aufträge und eine zu optimistische Einschätzung der zusätzlichen Verkaufsmöglichkeiten verbunden mit den hohen Kosten der Druckplattenerstellung, welche nur teilweise von ihm selbst,  wesentlich aber von handwerklich vertrauten Kupferstechern ausgeführt wurden – darunter etwa Melchior Küsell,  Schüler und Schwiegersohn Merians d.Ä. –  waren der Grund für wiederholte Verzögerungen der Fertigstellung und die andauernden finanziellen Probleme Vischers bis an sein Lebensende.  Die Ansichtensammlungen,  ursprünglich also ohne rechenbaren Nutzen, sind  heute von unschätzbarem Wert, bieten sie doch in den meisten Fällen die erste, in manchen Fällen – vor allem bei inzwischen abgekommenen und umgebauten Burgen  – die einzige Darstellung damaliger Feudalherrlichkeit.

Kap. IV:  Zeitliche Einordnung

Auf Grund der – wie bereits angeführt – in beiden Büchern dokumentierten zwischen 1661 und 1674  veränderten Besitzverhältnisse an den ursprünglich Hagerschen Schlössern steht zweifelsfrei fest, dass das Schlösserbuch vor den Kupferstichen entstanden ist, ein weiterer Nachweis findet sich darin, dass in dem früh konzipierten Schlösserbuch J. S. Hager von Allensteig im Stand der Ritter geführt wird, er aber 1671 in den Freiherrenstand erhoben wurde. Ist es aber ein Vorläufer, stellt sich die Frage, wie es vorher einzuordnen ist?

Das Büchlein passt zweifellos in Vischers Lebenslauf. Die Entstehungsdatierung geht ja offensichtlich auf eigenhändige Unterzeichnungen der zwischen 1661 und 1670 im schnellen Wechsel amtierenden Passauer Bischöfe zurück (Bild 3), man kann annehmen, dass der Priester sich damit die Erlaubnis für eine derartige  Nebentätigkeit von seinen Bischöfen jeweils bestätigen lassen musste .

Bild 3

Vertraut man der überlieferten Vita  so  beginnt Vischer 1654 als Priester in Passauer Diensten und zwar bis 1666 als Kaplan,  1666 – 1668 als Pfarrer von Leonstein (Grünburg), wo ihn Georg Siegmund von Salburg beauftragte, seine Herrschaften in „Abriß und Kupfer einzurichten“.   In der Neuauflage 1977 von Vischers “ Topographia“    findet sich eingangs  ein kaiserliches  Patent, welches G.M. Vischer über 10 Jahre vor fremden Nachdrucken schützen soll,  sozusagen als Vorwort folgende Textstelle :  ……tuen kund …….  daß Uns Unser lieber andächtiger Georg Vischer Priester in Underthänigkeit zu vernehmen geben / was massen er mit mercklichen Unkosten / auch grosser Mühe und Arbeit die Land-Carten oder Mappam Unseres Ertz-Herzogthumb Oesterreichs / deß Lands ob der Ennß /demnach er solches wol durchraiset / und jedes und alles embsig beobachtet / auch selbsten in Abriß gebracht /sambt der dazugehörigen Topographia in Kupfer stechen / jüngst hie auflegen und in Druck außgehen lassen  ………..[11]

Die Besitzungen und Pfarren des Bistums Passau reichten im Mühlviertel  gegen Osten  in den Bereich  Große Mühl-Hansberg, auch der oben genannte Salburger hatte sein Stammschloss in dieser Gegend, die Darstellungen beginnen  mit den passauischen Gütern, sechs Schlössern und  vier  Ruinen, man kann durchaus annehmen,  dass ein G.M.Vischer bereits 1661 wenn nicht schon vorher mit einem Skizzenbuch („Abriß“)   im priesterlichen Aufgabengebiet sein Vorhaben vorausplanend in Angriff genommen hat, drei Schlösser (zwei davon sind heute Bauerngüter) und alle Ruinen der eingangs dargestellten passauischen Güter befinden sich einem Umkreis weniger Kilometer  von  Neufelden, das überproportionale Erscheinen von abgekommenen Herrensitzen und die komplette Ausführung der kleinen Bilder lässt abgesehen von der Blattfolge vermuten, dass sich hier der Autor mit Engagement liebevoll  und noch ohne Zeitdruck an sein Werk macht, Voraussetzungen, die für spätere Abbildungen deutlich erkennbar nicht immer  im gleichen Ausmaß gegeben waren.

Die Zeitdifferenz zwischen dem Schlösserbüchlein und dem Erscheinen von Vischers Topographia entspricht durchaus dem notwendigen Zeitablauf eines derart umfangreichen Werkes,  vor allem wenn man bedenkt, dass Vischer beim Abkommen mit den Ständen die Kosten des Werkes offensichtlich unterschätzt hatte  und von 1669 bis 1674 mit den oberösterreichischen Landständen in Disput lag, der bis zu Pfändungsdrohungen bei nicht unverzüglicher Ablieferung der vereinbarten Exemplare reichte.  Da es dabei auch um die aus Finanzierungsgründen verzögerte Fertigstellung der gesamten Topographie  ging, wird verständlich, warum ein höchstwahrscheinlich von Vischer selbst handkolorierter Druck von Tannberg (Bild 2) handschriftlich mit der Jahrzahl 1668 versehen ist, diese Druckplatte war also schon 6 Jahre vor der datierten Herausgabe des Gesamtwerkes und noch während der passauischen Vidierungen des Schlösserbuches fertig,  Vischer versuchte wohl auch auf diese Weise zwischenzeitlich bzw. zusätzlich mit bereits fertigen Drucken zu Geld zu kommen.

Kap. V:  Das Schlösserbuch und ein Versuch der Zuschreibung der jeweiligen Bilder

Nach den Personalien zum Schlösserbuch selbst.  Das kleine Schlösserbuch (Format 10 x 16 cm) besteht in der mir zur Verfügung stehenden digitalen Kopie aus 110  bearbeiteten Blättern, mögliche Leerblätter sind hier nicht berücksichtigt, das sind 220 Seiten, davon 27 Seiten für die Register und 4 Seiten für die „Hagerschen Annaten“. Bemerkenswert aber auch zu erwarten  ist,  dass es alle Mitglieder in ihren Ständen nach   protokollarischer  Reihenfolge anführt: Bistum, Klöster, Fürsten, Grafen, Freiherren, Ritterstand, Städte  – kalligrafisch mit einer Hand geschrieben, abschnittweise nach Eigentümern mit Wappen und allen Besitzungen in einem Block,  mit vorbereitetem Passepartout auch ohne dass es später in jedem Falle ein Bild dazu geben musste,  – während das Druckwerk ausschließlich alphabetisch nach Ortsnamen  geordnet ist.  Erstere Anordnung  weist auf ein von Anbeginn feststehendes Programm  hin, damit auf einen  Arbeitsbehelf, welcher den Umfang der geplanten Arbeit festlegt und/oder vielleicht auch auf eine Präsentationshilfe.  Vischer musste den Vertretern der Stände bei einem ersten derart umfangreichen Werk ja etwas vorlegen, was ausreichendes Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit schafft, um ihn mit den notwendigen  Vorschussgeldern auszustatten.

Kann man für den komplett vorgestalteten  Rahmen des bebilderten Teiles dieses Büchleins  nur eine ausführende Hand erkennen, so gilt das nicht für die Bilder selbst , hier können mindestens drei möglicherweise  vier bis fünf handtypische  Urheber festgestellt werden.

Wenn man die ersten passauischen Bilder (S 6-8) einem Autor A1 ( G. M. Vischer ?) zuordnet, so steht dieser allerdings für 177 Darstellungen, das sind 92 %  aller 192 Bildchen,  nur 15 Bilder oder  8 %  machen die restlichen aus. Keine einzige dieser 15 „fremden“ Darstellungen scheint als Vorlage auf für den entsprechenden Kupferdruck in der Topographie (insgesamt 222 mit einigen Mehrfachdarstellungen), sie könnten von dort also auch nicht übernommen worden sein, während sämtliche 177 dem Autor A1 zuzuschreibenden Bildchen sich in den entsprechenden Stichen, so weit es mit wenigen Ausnahmen dafür welche gibt, wieder finden lassen. Hier soll allerdings darauf hin gewiesen  werden, dass die Miniaturen des A1 wie bereits erwähnt in den ersten Ausführungen komplett und bis in Vegetationsdetails durchgezeichnet bzw. –gemalt sind, mit fortschreitender Arbeit in ihrer Ausführungen aber oberflächlicher werden, der Aquarellanteil nimmt gegenüber der Zeichnung ab, bis schließlich vor allem die Städteansichten nur mehr gezeichnet werden und der Farbanteil sich auf die Dächer beschränkt. Leider wurden in einer Anzahl späterer Bilder  ursprünglich fehlende Landschaftsdetails nachträglich ebenso fremd wie stümperhaft meist in einem unmotiviertem Blau „ergänzt“, möglicherweise wurde diese Vorlage auch einmal als „Malbuch“ von einem ein Kind mißbraucht.

Bild 4a 1

Bild 4a 2

Bild 4b 1

Bild 4b 2

BIld 4c 1

BIld 4c 2

Bild 4d 1

Bild 4d 2

Vergleicht man nun die Darstellungen der passauischen Güter (Bilder 4 a, b, c, d) mit denen  mit denen des J. S. Hager (Bild 5 a, b) , so werden die Unterschiede deutlich.  Eine andere Technik (Stiftzeichnung anstatt Aquarell !),  die deutlich schlechtere Darstellungsqualität (Perspektive !)  und die mangelnde Vergleichbarkeit mit Vischers Stichen ist  augenscheinlich,  dafür allerdings zeigt sich bei der Erstellung des Wappens eine bedeutend größere Sorgfalt als bei den übrigen Herrschaften.  Ich nenne den Autor  A2, es dürfte sich um J. S. Hager von Allentsteig, der sich einen Namen als Heraldiker gemacht hat, selbst handeln oder eine von ihm beauftragte Person.

Bild 5a 1

Bild 5a 2

Bild 5b 1

Bild 5b 2

Vom selben Urheber finden sich neben den Hagerschen Besitzungen noch  Bilder von Helfenberg (S 154), Piberstein (S 102) und Waxenberg (S 49), beide letzteren aber am selben Blatt in der Reihenfolge nach  Darstellungen im Stil von Autor A1.  Ähnlich der Darstellung von St.Veit aber bedeutend ansprechender  in der Ausführung sind die Bilder von Sprinzenstein (S  82) und vom Kloster Schlierbach (S 31), diese sind auch dadurch gekennzeichnet, dass sie anstatt der einfachen Benennung im oder über dem Bild ihren Namen in einem schmückenden Banner tragen ( Autor A2x). Alle diese Schlösser mit Ausnahme des Klosters  Schlierbach liegen in der Nachbarschaft  von St. Veith,  Hagers eigentlichem Wohnsitz.

Auf einen weiteren Autor A3 diesmal durchaus guter handwerklicher Qualität kann man die  Darstellungen der Klöster Kremsmünster (S 11), Steyr-Garsten (S 17), Gleinkh(S 25) (s.Bild), und Spital am Pyhrn (S 35) zurückführen,  jeweilige Besitzungen dazu  folgen  jedoch in der Art der Darstellung  einem Autor  A1.

Bild 6

Einen  letzten eigenständiger Autor A4 ortet man in den Bildern, Köppach (S 63) und Wolfsegg  (paginiert und  im Register mit S 161,  eingebunden aber zwischen S 150 und 151 !).

Bild 7

Da aber wie bereits erwähnt kein Bild, welches nicht dem Autor A1 zugeordnet werden kann, in G. M. Vischers „Topographia“ als mögliche Vorlage erscheint, bleibt die Frage offen, wie und warum sie angesichts  ihrer unterschiedlichen Herkunft  ins Schlösser“büchlein“ gekommen sind,  in einer Anzahl von zusammen unter 10 %  kann man darüber zwar Vermutungen anstellen, diese sind aber in der  Kernfrage des Untersuchungsthemas von nebensächlicher Bedeutung .

Die Vidimi  (Unterschriften) von vier (!) Passauer Bischöfen  (Abb. 3) über die Zeit der Projektarbeit von 1661 bis 1670  machen auf jeden Fall dann Sinn, wenn sie jemandem galten, der in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Ihnen stand. Wenn sich nun die Drucke in Vischers Topographia  in der jeweiligen Perspektive nur mit den Darstellungen eines Autors A1 im Schlösserbuch decken, mit diesen  aber durchgehend, Bilder von Hagers eigenen Schlössern,  die man ihm selbst natürlich vorrangig  zuschreiben muss (A2), dagegen mit 95 % der restlichen Darstellungen  nicht verglichen werden können,  muss man die Möglichkeit einer Autorschaft des Hager von Allentsteig am wesentlichen Teil des kleinen Schlossbüchleins ausscheiden und kann ohne  Zweifel G. M. Vischer dafür einsetzen.

Es verwundert, dass das Werk selbst –  entgegen der auch damals üblichen  Praxis – den Urheber nicht ausdrücklich vermerkt,  auch in Anbetracht der Tatsache, welchen Wert Vischer im Deckblatt der „Topographia“  auf die Anführung seiner persönlichen Leistung  legt. Auch Hager nennt sich selbst in der weiter oben angeführten „uralten cronica“ [12]  als Autor beim Namen. Hier stellt sich deshalb nochmals die Frage nach J. S. Hager von Allensteig’s Anteil an dem Buch, irgendwann ging es ja durch seine Hände.

Kap. VI: Der Beitrag J.S. Hagers von Allensteig zum Schlösserbuch

Man kann annehmen, dass Hager von Vischer selbst in dessen Finanznöten oder aus seinem Nachlass diese Skizzen erworben hat, auch selbst für persönliche oder beauftragte Ergänzungen verantwortlich war.  Er konnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht selbst als Autor nennen, das Wissen um Vischers damals einzigartige Arbeiten war in seinen Kreisen wohl noch zu frisch. Dass sich allerdings einerseits gar kein direkter Hinweis auf Vischer hier findet, andererseits  Hager mit einer Tafel seiner eigenen genealogische Herkunft „Hagerische Annaten“ ,  ziemlich  unmotiviert  das gebundene Büchlein einleiten lässt, lässt schon vermuten, dass die Vortäuschung seiner Urheberschaft an der darin enthaltenen Arbeit nicht unbeabsichtigt war, schließlich ist ihm das  über 350 Jahre auch gelungen.  Es ist möglich, dass Hager den Bestand  einer Sammlung loser Blätter  erwarb und binden ließ oder ein Buch erwarb und es um seine eigenen Beiträge ergänzt ziemlich aufwändig mit zwei fein gearbeiteten Messingschnallen erneut in Leder binden ließ. Die 4 Seiten mit den Hagerischen  Annaten , die den Passauer Bischöfen eingangs und damit dem Gesamtwerk vorangestellt sind,  haben offensichtlich mit dem ursprünglichen Sinn und Zweck des Buches nichts zu tun und unterscheiden sich auch dadurch, dass dieser Zusatz auf Pergament gearbeitet ist, das eigentliche Buch auf Papier. Es wäre auch denkbar, dass hier ursprünglich eine Einleitung mit  Hinweis auf den tatsächlichen Autor zu finden war.

Während das Register „aller hier beschribenen geschlechter und Namen der zween obern Politischen Stendt in Össtereich ob der Enß“  aufgeteilt in Adel  und Klöster, Schlößer, Stett und Markthflöckhen[13] in Anordnung und Schrift dem originalen Buch zugeschrieben werden muss, ist der Anhang „Register der Schlösser des Landes ob der Enns“ deutlich anderen Ursprungs und offensichtlich nachträglich eingefügt, wie auch die Paginierung (Seitennummerierung) des Buches.

Wie kommt das Buch nun zu seiner Bezeichnung: „Schlösserbuch des Hager von Allentsteig“?

Der Chronist der Berichte zum Jahrbuch des Musealvereines  1926, dem Jahr des Bucherwerbes durch das Landesarchiv hält einen ritterbürtigen Inhaber für wahrscheinlich, was ja keine Aussage über einen möglichen Autor macht, ein Schriftvergleich wie eben  hier angeführt und die dem Buch vorangestellte Hagersche Genealogie führen ihn zu folgendem Schluß:     „ All diese Gründe  weisen übereinstimmend auf Johann Siegfried Hager von Allentsteig (1622 – 1687) als den ursprünglichen Besitzer und Urheber des eigenartigen Stammbuches[14]“. Zur Feststellung, dass „in der Hauptsache“ drei verschiedene Schreiber und ebenso viele Maler tätig waren führt er keine  Verteilung an, bzw. übersieht die hier vorherrschende Dominanz,  dafür lassen ihn die zahlreichen Übereinstimmungen mit Vischer vermuten, „dass auch dieser in vielen Fällen nicht ein Neuschöpfer war, sondern auf einer mit unserem Schlösserbuche gemeinsamen Vorlage gefußt hat“.  Diese fragwürdige Expertise war Grundlage für die archivarische Einordnung. 

Kap. VII:  Gibt es eine weitere Vorlage für Vischers Stiche ?

Die Frage einer weiteren Vorlage muß  allerdings erörtert werden:  Tatsächlich stimmen die Vischer zuzuordnenden Aquarelle des Schlösserbuches mit seinen Stichen in Perspektive und architektonischen Details  ohne jeden Zweifel überein, allerdings beschränken sich die Kleinaquarelle wie bereits angeführt aus Platzgründen in der Regel auf die Darstellung des Schlossbereiches während die Stiche auch Nebenbaulichkeiten, landschaftliche Details und darin gelegentlich auch Hinweise auf nachbarliche  Orte und Herrensitze  aufweisen. Da zweifelsfrei nachgewiesen wurde, dass das Schlösserbuch vor den Stichen entstand,  die Darstellungen des Buches somit nicht auf Auszüge der Stiche zurückgeführt werden können, andererseits die Kleinaquarelle als Vorlage für die Stiche nicht ausreichen, stellt sich die Frage, ob Vischer bereits bei einer ersten Aufnahme vor Ort detailgenauere Skizzen angefertigt hat und auf Grund dieser zuerst  eine verkleinerte   Aquarellsammlung zur Präsentation  schuf,  oder ob es erst nach Auftragserteilung zu einer neuen umfangreicheren und detailgenaueren  Aufnahme für oder durch den Kupferstecher  nach dem  bereits bestehendem Vorbild kam. Für beide Möglichkeiten gibt es Argumente, wobei  sowohl/als auch nicht auszuschließen ist.  Vischer hat wahrscheinlich eigene  Vor-Ort- Aufnahmen der jeweiligen Herrschaften (Schiefertafeln ?) ausgeführt und Auszüge davon in der sicheren Stube als Kleinaquarelle kopiert, die Originalvorlagen dann aber für den Kupferstich wieder verwendet. Im Bild 4 c  „Liebenstein“ findet sich eine interessantes Detail: etwa in Bildmitte befindet sich ein Flugdach und darunter ein Brennholzlager, der Verbrauchszustand d.h. die Form des Holzstosses ist in Aquarell und Stich derselbe, dies fixiert einen gemeinsamen  Zeitpunkt, also wurde von einem Bild das andere oder beide von einem weiteren übernommen wobei der  Stich Landschaftsdetails zeigt, die im Aquarell nicht zu finden sind.  Die bedeutende Rolle des Schlösserbüchleins in der Entstehungsgeschichte der Vischerschen „Topographia Austriae Superioris Modernae“ wird aber auch  dadurch dokumentiert, dass es nicht nur die Bestätigung der Passauer Bischöfe  durch ihre Unterschriften enthält, sondern auch die  überwiegende Anzahl  der angeführten Herrschaftsbesitzer signierten hier – wie im Bild 5 a Hager von Allensteig – per Hand.

Kap VIII:  Nachbetrachtung zum Thema geistiges Eigentum

Eingangs wurde erwähnt, dass Johann Adam von Hoheneck in seinem Archivrepertorium das Büchlein dem Hager von Allentsteig als Verfasser  zuordnet. Im 6. Bericht des Musealvereines von 1842 finden sich dazu interessante Hinweise.  1682  , das sind 8 Jahre nach Herausgabe der Topographia und 14 Jahre vor Vischers Tod,  war Hoheneck zum Schulbesuch bei  Herrn Hager „in der Kost“ , seine „Schulgespäne“ waren u.a. Otto Siegmund Hager von Allentsteig[15].  Hoheneck hat neben seiner „Genealogie  von 104 damals noch blühenden Geschlechtern des Herren und Ritterstandes“ einen „kurzen Abriß der Geschichte von 172 Schlössern oder adeligen Landsitzen“[16] verfasst und wurde „durch die Gunst der Stände in den Stand gesetzt dieses Werk noch mit Abdrucken von den Vischerschen Abbildungen der Städte, Klöster, Schlösser und Ruinen dieser Provinz auszustatten“ .  Man kann mit hoher  Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Hoheneck  – befasst mit diesem Thema –   zu dieser Zeit bei seiner Zuordnung im Archivrepertorium an J. S. Hager die hier nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen Vischer und dem „Schlösserbüchlein“  bekannt waren,  zwischen Besitz und geistigen Eigentums wurde damals wohl noch nicht unterschieden, wie ja Hohenecks Genealogie  auch immer wieder  den  Eindruck hinterläßt.  dass es sich dabei eher um „Gefälligkeitsgutachten“ im Interesse adeligem Sozialprestiges handelt als um nachvollziehbare historische Forschung.

 

Literaturliste:

Schlösserbuch des Hager von Allentsteig.  O.Ö. Landesarchiv

Topographia Austriae Superioris Modernae.  Georg Mathäus Vischer, Neuauflage 1977, Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz

Wirmsberger Ferdinand, Beiträge zur Genealogie der Dynasten von Tannberg.

Archiv für österreichische Geschichte 24 (1860)

JBÖOMV Jahrbuch des oberösterr. Musealvereines  81. Bd, 1926

Jahresbericht des oberösterr. Landesarchivs 1926, Digitale Ausgabe

Krackowizer Dr. Ferdinand, Das Archiv von Schlüsselberg.  Ebenhöchsche Buchhandlung, Linz 1899

Spaun  Anton Ritter von, Lebensbeschreibung des Johann Adam Freiherrn zu Hoheneck

JBÖOMV,  6. Bericht 1842,   S 1 – 47

Oberösterreichischen Heimatblätter 1973, Heft 3/4, Lorenz Mikoletzky, „Ein Vischer-Autograph aus Wien“

Bildlegende

Bild 1    Ruine Tannberg aus Vischers Topographie, handcoloriert mit eingefügter Jahrzahl 1668

Bild 2    Ruine Tannberg  im Schlösserbuch S 8

Bild 3    S 5 des Schlösserbuches. Fürstliches Stift Passau mit Handsignaturen der Bischöfe

Leopold Wilhelm Erzherzog zu Österreich , Bischof von Passau    1661

Carl Josef Erzherzog zu Österreich Bischof von Passau  1663

Wenceslaus Bischof von Passau, Graf von Thun 1664

Sebastian Bischof, Graf von Pötting  1670

Bild 4 a,b,c,d    S 6 und 7 aus dem Schlösserbuch mit Ansichten von  Marsbach, Blumau,Liebenstein, Pürnstein

 Bild 5 a, b   S 132 und 134,  Hagersche Besitzungen Tratteneck mit Handsignatur  und Jahrzahl 1661, St.Veith


[1] Ruine Tannberg, Bezirk Rohrbach, an der Kleinen Mühl, 8 km vor der Mündung in die Donau

Literatur: Wirmsberger, Die Dynasten von Tannberg

[2] JBOÖMV 1926 S 57/58

[3] Topographia Aust.Sup. Vischer , Deckblatt

[4] Jahresbericht 1926 des O.Ö. Landesarchivs, Linz, digitale Ausgabe

[5] Von J.S.Hager mit dieser Jahrzahl signierte Seite der Hagerischen Besitzungen im Schlösserbuch S 133

[6] Jahresbericht 1926 O.Ö. Landesarchiv

[7]  Exlibris auf der zweiten Einbandseite des Schlösserbuches

[8] Jahresbericht 1926 O.Ö Landesarchiv

[9] Krackowitzer Ferdinand, Archiv von Schlüsselberg, 1899,  S 73

[10] Biographische Angaben aus dem Beitrag „Leben und Gesamtwerk“ von A.L. Schuller,  S 3 – 15 des Anhangs, in der Neuauflage 1977 der „Topographia Austriae Superioris Modernae, 1674“ ,  Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz.  

(10a) Diese Angaben werden ergänzt, bzw. stimmen nicht 100 % überein mit denen eines Beitrages “ Ein Vischer-Autograph aus Wien“ von Lorenz Mikoletzky in den  Oberösterreichischen Heimatblättern 1973, Heft 3/4, S 253  von

[11] Topographia Aust.Sup. Vischer, Neuauflage 1977, 2. Deckblatt

[12] Krackowitzer Ferdinand, Archiv von Schlüsselberg,  Korb 1899,  S 73

[13] Schlösserbuch S 193

[14] JBOÖMV 1926  S 57 f

[15] JBOÖMV  1846,  S 7

[16] L.c. S 24

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§ 4 Antworten auf Die Skizzen des Georg Mathäus Vischer?

  • Erwin Hannerer sagt:

    Die Stiche von Vischer sind mir bereits bekannt aber der Fund dieses Skizzenbuches ist sehr interessant, eine Frage dazu ist vom Schloss Götzendorf auch eine Skizze in diesem Buch verhanden, als Hobbyforscher der sich mit der Geschichte von meinem Heimatort Götzendorf befasst wäre es sehr interessant dies zu erfahren

    • tannberger sagt:

      S.g. Herr Hannerer,,
      natürlich gibt es auch von Götzendorf, wie von nahezu allen Vischer-Stichen diese kleine Aquarellversion, sogar ein sehr schöne mit dem Wappen des damaligen Besitzers Freiherrn on Oed, ich werde versuchen sie an deine e-mail-Adresse zu senden.

      mfg
      Tannberger

  • Markus Hauser sagt:

    S.g. Herr Tannberger
    Ich bin begeistert von Ihrem Artikel, wenngleich ich das Schlösserbuch bereits seit einiger Zeit kenne und selbst fotokopiert habe. Die frapante Ähnlichkeit der Vischerstiche und des Schlösserbuches fällt sofort auf, Ihr Artikel über die Sachlage und mögliche Urheberschaft ist sehr informativ und wertvoll. Auch ich war, als ich das Schlösserbuch das erste Mal in Händen hielt, der Meinung, das eher Vischer von Hager, wie sagt man so schön, „abgekupfert“ hat als umgekeht. Wie erklären Sie sich aber die eigenwilligen Details (Rundbogen bei Tannberg) mancher Objekte, die eigentlich eher auf die Phantasie der Autoren zurückzuführen ist?
    Mit den besten Grüßen aus Linz
    Markus Hauser

    Ich möchte Sie auf einen Schreibfehler (?) hinweisen:
    „…1674 zur Zeit der Druckausgabe der Topographie finden wir im Besitzregister des G.M.Vischer allerdings nur mehr die beiden letzteren in seinem Besitz..“
    Sie schreiben Vischer, meinten aber Josef Seyfried Hager von Allensteig.

    • tannberger sagt:

      Sehr geehrter Herr Hauser,

      ich bedaure, dass sie solange auf eine Antwort warten mussten, ich hatte ein Problem mit dem logging auf die tannberger-wordpress Seite. Natürlich habe ich mich über ihre Anerkennung betreff des Schlösserbuch-Beitrages gefreut.

      Zu ihrer Frage: ich denke, dass G.M.Vischer die Darstellung der Ruinen und abgekommenen Sitze doch etwas oberflächlich angegangen ist, da ging es ja mehr um einen Gesamteindruck als um architektonische Details, er war bei diesem umfangreichen Projekt jsicherlich auch unter Zeitdruck. Vermutlich hat er diese Objekte vor Ort nur auf einer Schiefertafel vorskizziert, um sie dann zuhause unter besseren Arbeitsbedingungen in sein Bücherl oder vorerst auf lose Blätter zu aquarellieren, da können derartige Übertragungsfehler leicht passieren.

      Was Sie als Schreibfehler gefunden haben ist vermutlich eine missverständliche Formulierung. In der Druckausgabe der gesamten „ Topographia“ des G.M.Vischer befindet sich ein Register der Besitzer der jeweiligen Herrschaft offensichtlich zum Zeitpunkt der Herausgabe dieses Werkes 1674. Dieses ist das was von mir mit dem „Besitzregister des G.M.Vischer“ gemeint ist und wo sich nur mehr St. Veit und Schlüsselberg unter dem Namen Hager finden, während im Schlösserbuch 1661 offensichtlich zum Zeitpunkt der Skizzenaufnahme dazu noch Steinbach und Tratenegg unter der Herrschaft Hagers von Allentsteig zu finden sind.

      Herr Hauser, kann es sein, dass wir uns vor einigen Jahren bereits einmal unterhalten haben, als Sie hier am Tannberg Ruinenreste fotografisch aufgenommen haben? Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass ich eben ein Buch in der Druckerei habe, welches Anfang Dezember erscheinen wird und den Titel: „Das Obere Mühlviertel – frühe Geschichte und alte Ansichten“ haben wird und sich auch etwas kritisch mit verschiedenen Thesen und Theorien der frühen Landesentwickllung auseinandersetzen wird.

      Mit freundlichen Grüßen
      Walter Kneidinger/tannberger

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