Das Obere Mühlviertel – Frühe Geschichte und erste Ansichten

1. Dezember 2013 § 3 Kommentare

Dieser blog wurde geschaffen, um den Leser des Buches mit dem Autor zum Thema kommunizieren zu lassen, sei es um eigenes Wissen zum Thema einzubringen, sei es um Anfragen an den Autor zu stellen, diese Möglichkeit besteht über Kommentare, diese sollten sozusagen eine interaktive webbasierte Begleitung zum Druckwerk ermöglichen.  Er soll aber auch dem Autor selbst dazu dienen, notwendige oder angebrachte Ergänzungen nachzutragen, womit gleich einmal begonnen wird.

Speed kills: Der  Zeitdruck, dieses Buch doch zumindest noch zwei Wochen vor Weihnachten in den Verkauf zu bringen, ist verantwortlich  für verschiedene Mängel, auf die hier hingewiesen wird. Der fatalste ist offenbar, dass in diesem Buch die Angabe des Herausgeberjahres  (-2013-) übersehen wurde, in einem Geschichtsbuch, welches sich auf einen aktuellen Stand des Wissens beruft, ist dieses Datum für spätere  Zeiten eine wichtige Angabe und ich ersuche den Leser, diese Jahresangabe handschriftlich im Impressum nachzutragen.

Die Lektorin, Frau Christa Leitenbauer, ist eine ausgesprochen gewissenhafte Prüferin, des ihr übergebenen Textes, wenn Sie trotzdem Fehler finden, liegt dies keineswegs an ihr, eine zweiseitige Korrekturliste aus der Endprüfung ihrerseits liegt auf, konnte aber nicht mehr berücksichtigt werden, das Buch war  – s. Terminnot – zu früh in Druck gegangen. Es handelt sich in der Regel um Flüchtigkeitsfehler an Wortendungen  und Interpunktionen, welche Sinn und Inhalt nicht beeinträchtigen sollen. Es gibt dazu den alten Kalauer: wer einen Druckfehler findet, darf ihn sich behalten, das möchte ich nicht wiederholen, aber bitte, lesen Sie großzügig darüber hinweg!

Sinnstörend ist eine Verwechslung auf Seite 40, letzte Zeile:  „gegen Osten Richtung Passau“  – hier ist der Osten natürlich falsch und durch „Westen“ zu ersetzen.

Objektiv falsch ist die wiederholte Schreibung des Gewässerrs  „Rod(e)l“ mit dem hier in Klammer gesetzten (e), dabei war mir wohl eine ältere historische Schreibweise vertrauter als die aktuell korrekte  geografische Bezeichnung.

Seite 11, Mitte: Die Österreichische Reimchronik ist in über 90 000 Versen überliefert, hier wurden leider nur 9 000 genannt

Auch zum Thema „Zawischkreuz“ finden sich interessante Hinweise in der Reimchronik. Die in die Geschichtsschreibung übernommene Legende geht davon aus, dass das „Zawischkreuz“, eine wertvoll ausgestattete mittelalterliche Reliquie, ursprünglich ungarisch durch die Heirat Zawischs mit einer ungarischen Königsschwester – lt. Reimchronik eine im Kloster lebende Verwandte (Base), welche erst durch den Papst von den ewigen Gelübden dispensiert werden sollte  – in seinen Besitz kam und von ihm dem Kloster Hohenfurth gespendet wurde. Diese Version scheint höchst unwahrscheinlich, da einerseits nicht wirklich klar wird, ob diese Heirat tatsächlich zustande kam, oder nur gegen den Verrat Zawischs an seinem König Wenzel versprochen war, zudem gab es keinerlei Grund oder Anlass einem Mann ohne standesgemäße Herkunft und damit ohne jeden Herrschaftsanspruch ein derart wertvolles Stück aus dem ungarischen Kronschatz zur königstämmigen Braut noch darauf zu geben. Die Chronik verweist auf eine ganz andere Spur (Vers 10240 – 10400). Die Schwester König Stephans, Königin von Masowien (Polen), brachte Teile des Kronschatzes – sie sollen ihr von ihrem Vater, König Bela, versprochen worden sein – eigenmächtig in ihren Besitz : „dass sie den gestohlenen Hort heimlich sandte dem König aus dem Böhmenlande, der ihr Tochtermann (Schwiegersohn) war“. die Folge waren kriegsdrohende Auseinandersetzungen Zawisch könnte sich in der Zeit, da Wenzel noch unmündig war, daraus bedient haben, um mit großzügigen Geschenken kirchliche Unterstützung zu gewinnen: „ich habe es also geschaffen, dass ich mit Laien und Pfaffen, mich freundlich habe verstrickt …..“

Seite 90, 1. Zeile: Ludwig ist durch König Rudolf zu ersetzen

Seite 9, letzter Absatz: Zawisch wird auch in der Reimchronik  unter der von seinem Bruder besetzten Burg enthauptet, diese heißt hier allerdings „Froburc“. In der Geschichtsschreibung wird sie „Hluboka“ genannt.

Die Österreichische (Steirische) Reimchronik ist im Internet zu finden:  http://www.dmgh.de/de/fs1/search stetig.html       – weiter im Text mit ’scriptores‘, weiter mit ‚Deutsche Chronik‘,  weiter mit 5.1.  Ottokars Öst. Reimchronik.  Die für Zawisch relevanten Berichte finden sich in den Versen 20210 – 20760.

Einen interessanten Hinweis auf die Tannberger fand ich im „Historisch-topografischen Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs“ von Norbert Grabherr.  So gibt es zur Errichtung des Schlosses Neuhaus an der Donau (1280) einen Revers des Kunrad, Sohn des Herrn Pilgrim de Tanneberg, dass er von dem Berg, welchen er von Passau zu Lehen hat, nichts veräußern werde, er bezieht sich dabei auf den Berg (quod montem in quo Novum Castrum per nobiles dominos de Schawanberch est erectum) auf dem die Burg Neuhaus durch die edlen Herren von Schaunberg erriechtet wird.  Ein deutlicher Hinweis auf die Ausdehnung der tannbergischen Besitzungen auch im südöstlichen Bereich des Oberen Mühlviertels.

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§ 3 Antworten auf Das Obere Mühlviertel – Frühe Geschichte und erste Ansichten

  • tannberger sagt:

    Ich darf darauf hinweisen, dass das Buch „Das Obere Mühlviertel – Frühe Geschichte und erste Ansichten “ nach wie vor zum Preis von EUR 20.– (+ 2,00 für den Versand) erhältlich ist (kneidinger.walter@gmail.com)
    Der wesentliche historische Teil ist wohl nur für den/die interessant, welche einigermaßen mit der regionalen Geografie vertraut sind, wer sich allerdings ganz allgemein über mittelalterliche Verhältnisse orientieren oder Hinweise zur Einschätzung des regionalen Landesausbaues ganz gleich welches Landesteiles finden, oder etwa einen Eindruck vom ältesten Geschichtswerk Österreichs „Die sterreichische Reimchronik“ ( um 1300) gewinnen möchte, dem darf ich das Buch empfehlen.

    Walter Kneidinger, Autor

  • tannberger sagt:

    2 Korrekturen zu meinem Buch: Seite 90 erste Zeile: König Ludwig ist durch König RUDOLF zu ersetzen, der Fehler ist nicht begründbar.
    Seite 91 letzter Absatz

  • tannberger sagt:

    Seite 91 letzter Absatz: Die Bemerkung, dass Zawisch nicht unter der Festung seines Bruders Witig enthauptet wurde, ist falsch. Bei nochmaligem Studium der Reimchronik stelle ich fest, dass Zawisch unter der Burg „FROBURC“ (Vers 20687) sein Leben läßt, als sein Bruder Witig die Burgtore vorerst dem König nicht öffnen will und sich Herzog Nikla mit dem Todesurteil beeilt, da er fürchtet, der Bruder könnte diese Meinung doch noch ändern

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